Rechtsgeschichte & Philosophie : Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart

Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart

EUR 35,00


Das beste Jura Buch das ich gelesen habe - Dies war in das erste Jura - Buch, dass ich mir freiwillig, kurz nach dem ersten Staatsexamen gekauft hatte. Vorher war es ja immer so, dass man viele Sachen, die eigentlich interessant wären, lernen muss, womit leider wenig Raum für wirkliches Interesse bleibt, weil die Stoffdichte einfach zu hoch ist. Für jeden Juristen ist das Buch m.E. ein absolutes Muss.Dieses Buch ist hervorragend, und auch wenn es in meiner mündlichen Prüfung nicht erforderlich war und für das Examen, so wie es bei uns ablief, nichts gebracht hat, kann ich eigentlich jedem raten es sich schon vor dem Staatsexamen zuzulegen und zu lesen, auch wenn natürlich klar ist, dass man vor dem Examen andere Sorgen hat. Das Buch ist spannend und stellt immer auch den Bezug zur heutigen Regelung und den historischen Gründen für die Entstehung her.Für Nicht-Juristen ist es nicht so sehr geeignet, weil man meiner Meinung nach ein gewisses Grundverständnis für die Materie braucht. Es eignet sich daher auch nicht unbedingt für Anfangssemester (obwohl es eigentlich genau das behandelt, was jeder Jurist wissen sollte: Die Frage nach dem Warum vieler Regelungen), weil man einige Jahre benötigt, um aus dem isolierten Einzelwissen ein systematisches Verständis der Zusammenhänge zu bekommen.Mit dem Buch versteht man das Recht erst richtig. Gleichzeitig ist Uwe Wesel erfreulich kritisch zu den alten Rechtsordnungen. Das wird beim Vergleich von antikem Rom zu antikem Griechenland deutlich. Das römische Recht wird anschaulich dargestellt, ohne aber die Schattenseiten der damaligen Gesellschaft auszuklammern.Einziger Kritikpunkt ist in gewisser Weise der Schreibstil. Er ist zwar erfreulich verständlich, manchmal aber auch ein wenig arg verkürzt. Längere Sätze würden nicht schaden, es stimmt, wenn ein Rezensent schreibt, dass es wie eine schriftliche Vorlesung aussieht. Das muss aber nicht schlimm sein, denn immerhin ist das Buch spannend. Wer mal wissen möchte, wie man es schafft, ein spannendes Thema möglichst langweilig darzustellen, kauft von mir aus Kaser/Knütel: Römisches Recht.Fazit: Ein tolles Buch, das jeder Jurist gelesen haben sollte.

Rechtsgeschichte packend erzählt - Das ist nicht einfach ein Geschichtsbuch über die Entwicklung des Rechts.Der Leser erhält zweierlei. Zum einen die Information, woher das Recht kommt und wofür es entwickelt wurde. Zum anderen wird dies erläutert an den einzelnen jeweiligen Entwicklungsstufen der Menschheit.Das beginnt recht früh bei den Sammlern und Jägern bis vor etwa 12.000 Jahren, die noch nicht allzuviel zu regeln hatten. Ihr einziger individueller Besitz waren Werkzeuge und Waffen, wenn einer über die Strenge schlug, wurde er von der Gemeinschaft verstoßen, was, wenn ihn keine andere Gruppe aufnahm, den sicheren Tod bedeutete.Danach kamen die ersten sesshaften Verbände (segmentäre Gesellschaften), bei welchen die Besitzverhältnisse schon ausgeprägter waren, auch wenn alles noch der Gemeinschaft gehört hat (Vieh etc.). Aber bereits hier wurde viel disputiert und besprochen und fast alles einvernehmlich geregelt.Als die Menschheit weiter zahlenmäßig zunahm, kamen Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen hinzu, die in Kriege mündeten, verbunden mit der Versklavung der Besiegten. Hieraus entstanden ganz andere Regelungsbedüfnisse in einem zuvor nicht dagewesenen Über- und Unterordnungsverhältnis. Plötzlich gab es Königreiche, in denen zur Ausübung und Verfestigung der vom König ausgehenden Macht geregelt werden musste, was der eine darf und was nicht. Wer dagagen verstieß wurde mit der seinerzeit einzigen Strafe belegt, dem wie auch immer gearteten Töten des Verurteilten. Hier schien die Menschheit von Anfang an eine unglaubliche Phantasie zu entwickeln.Dem folgend kommen sämtliche Stadien der menschlichen Entwicklung bis in die Jetztzeit hinein. Einen großen Teil widmet er dem Römischen Recht, welches, entsprechend zur Entwicklungsstufe der Römer auch nach heutigen Maßstäben unglaublich durchdacht war.Wesel legt dem Leser die zu jedem Entwicklungsstadium entstehenden Regelungsbedürfnisse dar. Hier gewinnt man Erkenntnisse über das Wesen und die Funktion des Rechts, womit das Problem des Einzelnen in der Erlangung seines Rechts als äußerst unwesentlich erscheint.Die Tatsache, dass die in dem Buch wiedergegebenen frühzeitlichen Erkenntnisse nicht aus der Luft gegriffen sind, wird belegt durch einen Vergleich mit heute noch auf der Erde lebeneden Sammlern und Jägern bzw. segmentären Gesellschaften, insbesondere in Afrika.Ein ganz und gar großartiges Buch, nicht nur für Juristen, sondern für alle, die sich schon einmal die -vorwurfsvoll gemeinte - Frage gestellt haben in welchem Rechtsstaat leben wir eigentlich? Hier erhalten sie die Antwort.

Rechtsgeschichte erfrischend anders - Professor Wesels nunmehr in dritter Auflage erschienene Geschichte des Rechts ist mein absolutes Lieblingswerk zu dieser Thematik geworden. Vor kurzem damit beschenkt, stand ich dem Wesel zunächst einmal etwas skeptisch gegenüber, zumal meine private Büchersammlung bereits mehrere rechtsgeschichtliche Standardwerke enthielt - unter anderem den Eisenhardt und Frotscher/Pieroth.Meine Voreingenommenheit wurde dann aber schnell eines besseren belehrt. Im Gegensatz zu anderen Büchern erzählt diese Abhandlung die Rechtsgeschichte von der Antike bis zur Neuzeit nicht - wie üblicherweise - getrennt, sondern verbindet beide Zeitalter miteinander und ermöglicht darüber hinaus einen Überblick über die prähistorische Rechtsentwicklung, die sowohl anthropologisch als auch ethnologisch dargestellt wird. Insbesondere der unlehrerhafte, abwechslungsreiche Sprachstil und die immer wieder einfließenden Beispiele von Rechtskonflikten vergangener Zeiten machen dieses Werk zu einem erfrischend andersartigen Lesegenuss.In der Neuauflage wurden aktuelle rechtshistorische Erkenntnisse berücksichtigt, ergänzt wurde hinzukommend die Geschichte der Folter vom griechischen und römischen Recht bis zur gegenwärtigen Diskussion über die Rettungsfolter (Daschner-Prozess). Zudem wurde der Prozess infolge des Hitler-Ludendorff-Putsches von 1923 als die folgenreichste Gerichtsverhandlung der Weimarer Republik eingearbeitet. Erweiterungen wurden auch im Bereich der jüngsten Entwicklungen der Europäischen Union, des Völkerstrafrechts und der Bundesrepublik (Schuldrechtsreform, Lebenspartnerschaftsgesetz) eingebracht.Die Geschichte des Rechts eignet sich meines Erachtens hervorragend für Jurastudenten und Rechtsreferendare, denn sie stellt die Vermittlung des gesamten examensrelevanten Wissens sicher. Aber auch historisch bzw. juristisch interessierte Leser dürften nicht enttäuscht werden, da kurzweilige Unterhaltung geboten wird, auf über 600 Seiten versteht sich.Uneingeschränkte Kaufempfehlung meinerseits.

Ein spannendes Vergnügen! - Den Leser erwartet [...] ein Lesevergnügen. Dies findet sich auf der Rückseite des geschmackvoll gestalteten Umschlags von Uwe Wesels Geschichte des Rechts. Dabei könnte man es fast bewenden lassen. Das Buch behandelt, nach einem einführenden Abschnitt über die Vorzeit und gesellschaftliche Grundbegriffe, die Rechtsgeschichte der Antike (Mesopotamien, Ägypten, Israel, Griechenland sowie das west- und oströmische Recht), die des Mittelalters (Germanen, Frankenreich und Deutschland) sowie danach die Rechtsgeschichte der Neuzeit mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der deutsche Rechtsgeschichte. Auf Entwicklungen etwa in Frankreich und den USA wird hier nur an Stellen eingegangen, in denen es für die Geschehnisse im deutschen Kulturkreis nötig ist. Hervorzuheben in diesem letzten Abschnitt ist die differenzierte, leider etwas kurze Auseinandersetzung mit dem Recht der DDR sowie das Kapitel über das Dritte Reich und über das Alte Reich. Bei der Betrachtung dieser Einteilung fällt auf, dass der hier erhobene Vorwurf, der Titel sei falsch, nicht ganz stimmt. Das Buch befasst sich nicht ausschließlich mit der Geschichte des deutschen Rechts, aber eben auch nicht mit der Weltgeschichte. Dies wäre bei einem Band von nur gut 600 Seiten auch kaum zu leisten. Unter Verzicht auf Fußnoten und der Verwendung von teilweise sehr langen Randnummernabschnitten, die zur besseren Übersicht mit Randüberschriften versehen sind, bleibt das Buch trotz eines relativ kleinen Schriftbildes sehr gut lesbar. Vertiefungshinweise finden sich nicht erschöpfend, aber für den Anspruch des Buches, eine spannende Einführung zu geben, ausreichend. Für eine rechtshistorische Seminararbeit wird es auch der studentische Leser kaum nutzen wollen. Zahlreiche Auszüge aus Quellen, von den Digesten über mittelalterliche Rechtsbücher und Richtersprüche, etwa im lesenswerten Bereich über die Hexenverfolgung, bis hin zu Sprüchen des Bundesverfassungsgerichtes lockern den Stoff zusätzlich auf. Der Autor hält gelegentlich, wie er im Schlusskapitel auch durchblicken lässt, mit subjektiven Ansichten nicht hinter dem Berg, aber ohne dass sich dies negativ bemerkbar machen würde. Für den historisch interessierten Leser dürfte dieses Buch eine Fundgrube an interessanten Begebenheiten sein. Eine juristische Vorbildung ist für das Buch nicht nötig. Dass es tatsächlich, wie der Verlag anpreist, ein Jurastudent für die Vorbereitung auf das Staatsexamen liest, bezweifele ich aufgrund des dafür doch zu großen Umfangs. Aber zum Auffrischen von Wissen durch die Lektüre von einzelnen Abschnitten ist es gut geeignet, aufgrund von Zeittafeln und Übersichten an wichtigen Punkten. Ich selbst habe es als historisch interessierter Jurastudent for fun gelesen und war begeistert.Wenn man etwas kritisieren möchte, wäre dies der relativ hohe Preis für ein Buch, welches in der dritten Auflage nur leicht überarbeitet erscheint. Zudem die Tatsache dass man, wenn man den Stil des Autors nicht mag, sicher weniger Vergnügen an dem Text haben wird. Ansonsten kann eine Empfehlung für jeden ausgesprochen werden, der ein Lesebuch im positiven Sinne auf dem Gebiet der Rechtsgeschichte sucht, ohne mit ausschließlich wissenschaftlichen Ansprüchen an das Thema heranzugehen.

der Titel ist falsch - Uwe Wesel schrieb ein Buch, das seinen Titel nicht verdient. Ich habe vor langer Zeit studiert und dennoch hat mich das Buch sofort an seine Vorlesungen erinnert. Dort mag der Stil in Ordnung sein, in einem Buch aber finde ich es ausgesprochen enttäuschend, wenn der Autor keine ganzen Sätze zuwege bringt. Ich kann dem Stil nichts abgewinnen, man hört praktisch in jedem Satz den professoralen Stil. In mir entstand der Eindruck, er hat seine Vorlesungen abschreiben lassen und mit Randnummern versehen.Darüber hinaus ist der Titel - für den Normalmenschen irreführen und auch falsch. Es handelt sich eben nicht um eine Geschichte des Rechts, sondern des deutschen Rechts. Das wäre in Ordnung, man kann darüber schreiben, aber außerhalb Deutschlands und Europas gibt es eben auch Recht und insofern ist der Titel irreführend.Schlimm ist, daß offensichtlich der Umfang an Forschung, auf die er zurückgreift, unter den Studenten positiv auffällt. Das spricht dafür, daß sich an den Fakultäten in den letzten 30 Jahren nicht viel getan hat. Dennoch hätte man unter diesem Titel eben mehr erwarten können - nämlich eine Geschichte des Rechts weltweit. Für Laien ist dieses Buch nur schwer lesbar und es ist anzunehmen, daß sie den langen Passagen zum römischen Recht nicht wirklich mit Interesse folgen wollen und können. Als Prüfungsvorbereitung mag es aber sinnvoll sein, sich dieses Buch schenken zu lassen - der Preis ist schließlich so hoch, daß Studenten sich das kaum leisten können.




Geschichte des Rechts: Von den Frühformen bis zur Gegenwart