Rechtsgeschichte & Philosophie : Juristische Weltkunde: Eine Einführung in das Recht

Juristische Weltkunde: Eine Einführung in das Recht

EUR 10,00


Kleines aber gutes Buch - Das Buch von Wesel hat mir sehr gut gefallen. Der Anfang ist etwas trocken, aber dann wird es richtig interessant. Die Geschichte des Rechts ist gut erzählt. Wesels Schreibstil ist sehr locker. Lediglich ein Text aus dem Althochdeutschen ist schwierig und wird nicht erklärt. Außerdem macht Wesel einige Syntaxfehler. Ansonsten hat mir das Buch gut gefallen.

Hauptsächlich rechtshistorisch Interessant - Das Buch geht in guter und durchaus verständlicher Weise auf die geschichtliche Entwicklung des Rechts bis zum heutigen bundesdeutschen Rechtssystem ein.Allerdings stösst man verstärkt auf politische Meinungsäusserungen des Autors, die dieser als Tatsachen darstellt. Und auch formulierungstechnisches erfüllt das Werk insgesamt nicht den eigenen Anspruch auf Allgemeinverständlichkeit.

Pflichtlektüre für Nicht-Automaten - Eigentlich sollte man das Buch vor Beginn des eigenen Studiums der Rechtswissenschaft lesen - es könnte einen durchaus noch vom Gegenteil überzeugen, kritisiert der Autor doch vehement die mechanische Ausbildung und Sozialisation hoffnungsvoller Jungjuristen. Und deckt auf, daß hinter der Unverständlichkeit ihrer Sprache ein System steht. Und äußert seinen Mißmut darüber, daß juristische Entscheidungen einen Hang zur Beliebigkeit haben. Vom Versagen (oder kritischer gesagt vom Erfolg) der Justiz im Dritten Reich mal ganz zu schweigen.Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Was ist denn nun aber, wenn man schon in den Mühlen des Jurastudiums gefangen ist? Dann liest man das Buch trotzdem. Es liest sich flüssig, bietet einen guten Einstieg in die grundlegende Theorie (manchmal sogar anhand von Diagrammen), verschafft einen guten Überblick über die Rechtsgeschichte... und ist wegen der o. g. Gründe allemal dazu geeignet, den Geist freizuhalten, so daß der hoffnungsvolle Jungjurist vielleicht doch nicht ganz zum Automaten mutiert.Löblich außerdem: Eine kleine Einstiegshilfe am Ende, will sagen eine vom Autor empfohlene Grundauswahl von Literatur für den Beginn des Studiums.

Hervorragende kritische Einführung - Dies ist kein Lehrbuch im eigentlichen Sinn, auch keine herkömmliche Einführung in das Studium des Rechts. Statt dessen zeigt das Buch dem Leser, wie Juristen arbeiten und denken, wie aus einem alltäglichen Fall eine juristische Streitfrage wird - und daß ihre Lösung keineswegs allein aus dem Gesetz abzulesen ist. Einen Schwerpunkt bildet die geschichtliche Entwicklung des Rechts, wobei immer wieder deutlich wird, wie Interessen diese Entwicklung mitbestimmen. Recht nicht als reine Wissenschaft (ein Eindruck, den so mancher akademische Jurist erfolgreich zu erwecken versucht), sondern eher als Herrschaftswissen. Deutlich wird dies besonders im Kapitel über das Recht des Nationalsozialismus. Leider habe ich den Eindruck, daß Wesel hier mit seiner Kritik übers Ziel hinausschießt: Was er hier als im Rahmen der Rechtswissenschaft vertretbare Entscheidungen vorstellt, kann teilweise mit guten Gründen als unvertretbar und glatte Rechtsbeugung bezeichnet werden.Löblich dagegen die Auseinandersetzung mit der juristischen Sprache, die auf Laien abschreckend wirkt. Das Buch zeigt deutlich, daß die Unverständlichkeit juristischer Texte meist nicht auf Zufall oder nur auf Nachlässigkeit der Verfasser beruht. Wesel zeigt, daß Juristen in der Ausbildung zum Experten den Blick des Laien auf Rechtsprobleme verlieren - mit bösen Folgen für die Annehmbarkeit ihrer Urteile oder Beratungen. Sehr angebracht scheint mir da sein Aufruf, auch unter Experten die Sicht des Laien einzuüben. Die Sprache des Buchs ist da schon fast ein zu gutes Vorbild - durchweg verständlich und leicht zu lesen, doch die Sätze geraten oft auffällig kurz.Gleichzeitig führt Wesel den Leser in die Arbeitsmethoden der Juristen ein: Wie läßt sich eine Auslegung begründen, wie baut man eine Argumentation auf? So lernt man durchaus auch Inhalte, die ganz praktisch im Studium verwendet werden können. Lohnend also für angehende Rechtsstudenten im Haupt- oder Nebenfach, die Grundlagen mitbekommen, sich aber einen skeptischen Blick auf ihr Fach bewahren wollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)




Juristische Weltkunde: Eine Einführung in das Recht